Artax

Hallo ihr Lieben, ich habe eure Story bei Instagram gesehen, wo ihr um Erfahrungsberichte gebeten habt und somit würde ich euch auch einfach gerne noch mal Danke sagen für alles!

Unsere Geschichte mit Artax begann eigentlich lange bevor wir wussten, dass er irgendwann einmal zu unserer Familie gehören würde.

Wir hatten bereits zwei Hunde, Django und Loki, die ebenfalls beide aus dem Tierschutz kommen. Mit Loki waren wir in der Hundeschule, und dort erzählte uns unsere Trainerin irgendwann von Armyfordogs. Seitdem folgte ich dem Verein auf Instagram, schaute mir immer wieder die Beiträge an und verfolgte die Geschichten der Hunde.

Ein paar Jahre später erschien dann ein Beitrag, in dem Namenspaten für ein paar Fellnasen gesucht wurden. Und da war dieser kleine schwarze Racker.

Ich habe einfach ein riesengroßes Herz für schwarze Hunde und irgendwie hatte es mir dieser kleine Kerl sofort angetan. Also übernahm ich seine Namenspatenschaft und durfte ihm seinen Namen geben: Artax. Gemeinsam mit meiner Mutter übernahm ich außerdem noch für zwei weitere Hunde eine Namenspatenschaft. Für uns war das eine schöne Möglichkeit, zumindest einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass diese Hunde gesehen werden und irgendwann ihre eigene Familie finden.

Von diesem Moment an verfolgte ich Artax’ Weg. Armyfordogs hielt mich immer wieder auf dem Laufenden: über seine Entwicklung, die nächsten Schritte, seinen Transport nach Deutschland und schließlich seine Ankunft auf seiner Pflegestelle.

Irgendwann kam dann der Beitrag, auf den ich eigentlich gewartet hatte: Für Artax wurde seine eigene Familie gesucht.

Ich teilte seine Vermittlungsanzeige auf verschiedenen Plattformen, erzählte meiner Familie von ihm und hoffte einfach, dass dieser kleine Hund, dem ich seinen Namen gegeben hatte, ein wunderschönes Zuhause finden würde.

Nur einen Gedanken hatte ich zunächst offenbar nicht: Dass dieses Zuhause vielleicht bei uns sein könnte. Gefühlt hatten das nämlich alle um mich herum früher verstanden als ich. 😄

Irgendwann kam schließlich der Gedanke auf, Artax doch einfach einmal kennenzulernen. Mein Partner schlug vor, dass wir ihn uns anschauen könnten – und so fuhren wir einige hundert Kilometer, um den kleinen Kerl zum ersten Mal persönlich zu treffen.

Tja… und dann war es eigentlich schon vorbei.

Wir waren sofort schockverliebt.

Artax kam mit uns nach Hause und wurde auch von seinen beiden großen „Brüdern“ Django und Loki direkt gut aufgenommen. Lange brauchte er nicht, um aufzutauen. Aus dem kleinen Tierschutzhund wurde ziemlich schnell unser kleiner Wirbelwind inklusive einer ordentlichen Portion Teufelchen. 😄

Die Transportbox überlebte bereits die erste Nacht nicht besonders gut. Artax nahm sie kurzerhand auseinander und ich brachte es danach nicht mehr übers Herz, ihn wieder in eine Box zu stecken. Also entstand unser ganz eigenes Einschlafritual: Ich machte abends ein Hörbuch an, nahm ihn in den Arm und der Kleine schlief auf meinem Bauch. Nacht für Nacht.

Natürlich läuft mit einem kleinen Wirbelwind nicht immer alles nach Plan. Da werden eben auch mal Schuhsohlen zerfressen, Schnürsenkel angeknabbert und Dinge auf ihre Artax-Tauglichkeit geprüft. 😄

Aber ganz ehrlich: Was sind schon ein paar zerfressene Schuhsohlen und angeknabberte Schnürsenkel, wenn dieses süße kleine Wesen vor dir steht, seine Pfötchen auf deine Schultern legt, weil es auf den Arm genommen werden möchte? Wenn er sich an dich kuschelt, seinen Kopf auf deiner Schulter ablegt und dir in diesem Moment das Gefühl gibt, dass du für ihn alles bist, was er im Leben braucht?

Genau in solchen Momenten weiß ich, dass jede zerkaute Schuhsohle vollkommen egal ist. ❤️

Und plötzlich waren all diese Dinge, die für uns selbstverständlich sind, für ihn erste Male.

Seinen ersten gemeinsamen Urlaub verbrachten wir auf Fehmarn. Dort sah Artax zum ersten Mal das Meer und stand zum ersten Mal an einem Sandstrand. Das Erste, was er machte? Er steckte seine Nase direkt in den Sand. 😂 Offenbar musste erst einmal geklärt werden, was dieses merkwürdige Zeug überhaupt ist. Ihn dort herumtoben und all diese neuen Dinge entdecken zu sehen, war für uns einfach wunderschön.

Auch sein Name sorgt bis heute immer wieder für Fragen. Artax stammt aus „Die unendliche Geschichte“. Für mich steckt in diesem Namen viel mehr als nur die Erinnerung an eine Figur: Artax steht für Treue, Verbundenheit und eine Freundschaft, die einen auf seinem Weg begleitet. Und irgendwie hätte der Name am Ende kaum besser passen können.

Heute wird aus unserem kleinen Welpen langsam ein immer größerer, immer frecherer Wirbelwind. Er entdeckt die Welt, lernt jeden Tag dazu und hat es geschafft, sich nicht nur bei uns, sondern in unserer ganzen Familie in kürzester Zeit ins Herz zu schleichen.

Natürlich bedeutet ein Hund aus dem Tierschutz nicht, dass vom ersten Tag an alles perfekt läuft. Jeder Hund bringt seine eigene Geschichte mit und manche Dinge brauchen Geduld, Verständnis und Zeit. Aber genau dabei zuzusehen, wie Vertrauen wächst, wie aus Unsicherheit Sicherheit wird und wie ein Hund Stück für Stück merkt „Hier gehöre ich hin“, ist etwas ganz Besonderes.

Wenn ich heute daran zurückdenke, finde ich es immer noch verrückt:

Ich wollte diesem kleinen schwarzen Welpen eigentlich nur einen Namen und damit einen ersten kleinen Schritt auf seinem Weg zu einer Familie schenken.

Dass ich am Ende selbst diese Familie sein würde, wusste ich damals noch nicht. ❤️

Heute sind wir einfach eine Familie: Django, Loki, Artax und wir. Und rückblickend fühlt es sich ein bisschen so an, als hätte Artax seinen Weg zu uns längst begonnen, als ich ihm seinen Namen gegeben habe. 🐾❤️

Chiara & Max mit Loki, Django und ARTAX

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